Unsere Leselieblinge!



  Der grüne Punkt :


In der Buchhandlung begegnen Ihnen nicht nur auf unserem Empfehlungstisch, sondern auch in den Regalen immer wieder grüne Punkte auf unserern Büchern. Das sind unsere Lieblingsbücher aus allen Gebieten, die wir ganz besonders gerne empfehlen.



Zeruya Shalev: Für den Rest des Lebens
Roman | Berlin | 500 Seiten | 22,90 Euro


Die Familie als Gefängnis, aus dem Kinder und Enkel flüchten, zu der sie aber in Krisen zurück finden: Das Haus der im Sterben liegenden Großmutter wird zum Zufluchtsort für ihren Sohn, der seine Ehe beendet hat, für ihre Tochter, deren Mann sich nicht mit der Idee der Adoption eines kleinen sibirischen Jungen anfreunden kann, und für ihre Enkelin, die fürchtet, von ihrer Mutter durch ein anderes Kind ersetzt zu werden. Angesichts der politischen Lage in Jerusalem, die nicht nur von den Protagonisten als "Kriegsschauplatz" empfunden wird, bietet die Familie generell einen Rückzugsort. "Was willst du mit dem Rest deines Lebens anfangen?" - eine Frage, die nicht nur in Israel gestellt wird. Die Antworten in diesem faszinierenden Familienroman sind inhaltlich und sprachlich raffiniert ineinander verflochten und vermitteln den Eindruck einer Gleichzeitigkeit, die die Lektüre nicht unbedingt einfacher, dafür aber spannend macht. (Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler)





Tonino Guerra: Scheuer Vogel Traum.
Ein Lesebuch Lesebuch | Klöpfer&Meyer | 214 Seiten | 19,50 Euro


Der Italiener Tonino Guerra (*1920) wurde als Drehbuchautor mehrfach für einen Oscar nominiert, bekam den Goldenen Löwen von Venedig, den Europäischen Filmpreis für sein Lebenswerk und arbeitete u.a. mit Federico Fellini zusammen. Seine Geschichten veröffentlicht er aber auch als Autor, mehrere Gedichtbände und Romane sind bislang erschienen. Elsbeth Gut Bozzetti hat nun eine Auswahl von Guerras Texten übersetzt, zusammengestellt und gibt damit einen Einblick in das Schaffen dieses vielseitigen Mannes. U.a. Gedichte, kurze Fabeln, das Poem "Der Honig", die Erzählung "Lauer Regen" über eine Kaukasus-Reise und Tagebuch-Ausschnitte sind hier versammelt, sie alle vereint eine wunderbare Mischung aus Realismus und Irrealität, aus ironischem Humor und genauer Tatsachenbeschreibung.







Hans-Christoph Liess: Regiert das Geld die Welt?
Kinderbuch (ab 11) | Arena | 151 Seiten | 12,99 Euro 


Dieses Buch trägt den Untertitel "Wie die Wirtschaft funktioniert und warum die Krise immer wieder kommt", womit schon geklärt ist, worum es diesem Sachbuch geht: Der Wissenschaftshistoriker Dr. Hans-Christoph Liess vermittelt kindgerecht die grundlegenden Prinzipien dessen, was wir "Wirtschaft" nennen, ordnet die wichtigsten Denker und Theoretiker (von Aristoteles über Marx und Keynes bis zu Friedman) in die Wirtschaftsgeschichte ein, weist auf Schwachstellen und Probleme unseres Systems hin (inkl. einer Analyse der Krise 2008/09) und wagt einen Ausblick in die Zukunft. Auch Dank der Comic-Strecken von Gert Albrecht, die helfen, die Geschichte um die Hauptfigur Greta zu illustrieren, der leicht verständlichen Sprache und der Alltagstauglichkeit seiner Beispiele ist dieses Buch, gerade heute, für junge Leser unbedingt zu empfehlen. 






Oliver Kuhn, Alexandra Reinwarth, Axel Fröhlich: BGB - Besseres Gesetzbuch

Satire | Knaur | 334 Seiten | 8,99 Euro


Das "echte" BGB, das Bürgerliche Gesetzbuch, ist zwar mindestens genauso wichtig wie diese Neufassung bzw. Verbesserung, aber es liest sich nicht einmal halb so gut. Und zudem fehlen dem inzwischen schon 111 Jahre alten BGB offensichtlich entscheidende Passagen, die das Autoren-Trio nun endlich veröffentlicht hat: Neben dem Witzererzählgesetz, dem Motorradclubgesetz, dem Esoterikerlass oder dem "Gesetz und Vorschriften zur Regulierung öffentlicher Statements und Interviews von und mit Models, Modellen, Fotomodellen u.Ä.", sind vor allem auch die Nachbarschaftsverordnung oder das Flirtgrundgesetz von entscheidender Bedeutung. - Ein wunderbar einfallsreicher Klamauk, punktgenau und sicher nicht nur für Juristen. Beim Querlesen, zufälligen Durchblättern oder sorgfältigem Studieren wird diese Parodie immer wieder zum lauten Lachen anregen. 






Tendai Huchu: Der Friseur von Harare
Roman | Peter Hammer | 280 Seiten | 19,90 Euro


Eigentlich ist die junge Vimbai der Star im chicen Frisörsalon von Harare, der Hauptstadt Simbabwes. Alle wollen von ihr frisiert werden, sogar die Frauen aus der Regierung kommen zu ihr - bis eines Tages ein Mann ihr Konkurrenz zu machen beginnt: Dumisami ist ein außergewöhnlich begabter Friseur, dessen Talent nicht verborgen bleibt. Doch privat geht es ihm weit weniger gut, er braucht eine neue Wohnung und zieht bei Vimbai ein. Kann das gut gehen? - In einem Land, in dem Homosexualität mit Gefängnis bestraft wird, in dem Korruption, Willkürherrschaft und Armut an der Tagesordnung sind, ist ein solcher Roman über die wirklich zählenden Werte eines Menschen ungemein wichtig. Und auch für uns ist die Lektüre ein Gewinn, schließlich ist Tendai Huchus Buch zu alledem spannend und immer mit einer Portion Humor geschrieben. (Aus dem Englischen von Jutta Himmelreich)





Javier Márquez Sánchez:  Das Fest des Monsieur Orphée

Roman | Walde+Graf | 407 Seiten | 24,95 Euro


Peter Cushing soll in den 1950ern bei der Neuverfilmung des "Frankenstein"-Stoffs die Titelrolle übernehmen und sich dazu von Professor Aberline in das "Grauen an sich" einführen lassen. Doch was passiert? Während der Vorbereitungen taucht ein vom Teufel höchstpersönlich gedrehten Film auf, der fatale Auswirkungen auf alle Zuschauer hat: Da wird das Grauen Wirklichkeit. Nur mühsam kann Cushing seine eigene Haut retten. Doch warum kann die Polizei auf der Filmrolle keine Bilder sehen? Dieser "Kampf gegen das Böse" ist mit vielen Verweisen auf "echte" Filme gespickt, sehr unterhaltsam, flott - und natürlich sehr spannend! Das Buch erscheint in einer wunderschönen, aufwendigen Ausgabe und ist für alle Filmfans ein gruseliges Vergnügen. (Deutsch von Luis Ruby)